Vorfreude auf reichlich Football

2026 ist schon jetzt das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Spartans – vor allem wegen des Meistertitels in der Regionalliga Süd. Damit wollen sich die American Footballer im TSV Neu-Ulm aber keineswegs zufriedengeben, sondern streben über Siege gegen die Meister der anderen beiden süddeutschen Regionalligen den Aufstieg in die 2. Football-Bundesliga (GFL2) an. Zum ersten dieser play offs am kommenden Samstag werden die Fulda Saints im Muthenhölzle in Neu-Ulm erwartet. Das zweite Match ist dann angesetzt für Samstag, 26. September in Leonberg, bei den dort beheimateten Alligators. Motto der Spartans: „Zwei Städte. Ein Ziel: Der Aufstieg“. Das wird allerdings alles andere als ein Selbstläufer.  

Der erste Gegner, Fulda Saints (Vorteil für die Spartans: im Heimspiel), hat in der Regionalliga Mitte beeindruckt, weil alle zehn Saison-Spiele gewonnen wurden und 471:139 Touchdown-Punkte auf große, klare Dominanz schließen lassen. Außerordentlich viel dazu beigetragen hatte das amerikanische Duo Quarterback Kolton Richards (#3) / Receiver Holt Egan (#83) sowie der kanadische Running Back Lukas Boecking (#6). In der Defense sind mit Linebacker Jagger Giles (#10) und Defense Back Kolbi Anderson (#14) ebenfalls zwei Amerikaner prägend gewesen; zusätzlich konnte der Kanadier Dawson Elliot (#26) flexibel in Offense und Defense (als Running Back beziehungsweise Safety) eingesetzt werden. Diese Anzahl an Verstärkungen zeigt schon, dass Fulda alles andere als ein leichter Gegner ist, der es seinerseits ernst meint mit dem Aufstieg. 

„Schaut man sich allein die Ergebnisse an, ist Fulda der klare Favorit“ sagt Spartans-Headcoach Daniel Koch und führt aus: „Fulda hatte selbst gegen den Tabellen-Zweiten (Marburg) und den Drittenplatzierten (Bad Homburg) einen jeweils relativ klaren Sieg hingelegt. Enge Ergebnisse wie bei uns gegen die Rams zum Beispiel gab es da nicht. Das kann bedeuten, dass Fulda sehr stark ist; andererseits war unsere Liga, die Regio Süd, vielleicht kompetitiver.“  

Vorbereiten konnten die Spartans sich jedenfalls gut. Fünf Wochen sind seit dem letzten Saisonspiel am Anfang August vergangen, in denen das Team zwei Wochen Pause bekam und sich nun seit zwei Wochen mit vollem Fokus auf die Relegation vorbereitet.

Da diese Aufstiegsrunde im Modus „einmal jeder gegen jeden“ ausgetragen wird, stehen nach dem Spiel der Spartans gegen die Saints noch an: am 19. September Fulda Saints vs Leonberg Alligators, den Meister der Regionalliga Südwest Leonberg Alligators; und dann zum Abschluss der Runde fahren die Spartans am 26. September nach Leonberg. Aus diesen drei Spielen wird eine Mini-Tabelle gebildet. Wer zwei Spiele gewinnt, ist also der sportliche Aufsteiger, sollte jedes der drei Teams je ein Spiel gewinnen, zählt das Punkteverhältnis. 

„Wir müssen gegen Fulda fokussiert, diszipliniert und selbstbewusst spielen. Dass wir dieses Jahr schon ein paar enge Matches hatten, hilft da wahrscheinlich. Gegen die Rams sind wir nach zehn Punkten Rückstand zurückgekommen, Fulda hatte dieses Jahr immer nur komfortable Führungen. Und mit Leonberg haben wir uns noch nicht zu detailliert beschäftigt, wichtig ist für uns immer der nächste Gegner“, so Koch. „Dass wir zwischen unseren beiden Spielen wieder eine Woche Pause haben, bevor wir in Leonberg antreten müssen, kommt uns gelegen.“

Wer am Samstag ins Dietrich-Lang-Sportzentrum kommt, kann also noch nicht möglicherweise den Aufstieg feiern, wird aber dennoch ein tolles Spiel sehen und kann die Mannschaft bei diesem wichtigen Schritt unterstützen. 

„Wir rechnen mit einer richtig starken Kulisse“ sagt Abteilungsleiter Frank Brenner „Beim letzten Spiel um den Aufstieg aus der Bayernliga 2022 hatten wir bei miesem Wetter 800 Zuschauer, unser Rekord war das Finale der Bayernliga 2014 mit 1300 Fans. Mit über 1000 Zuschauern rechnen wir also auch diesmal.“ Nicht nur das Team auf dem Feld, auch die Mannschaft darum herum wird also Höchstleistungen bringen. Ob beim Burger-Braten, beim Rahmenprogramm oder auch beim wieder stattfindenden Business Huddle zum Netz-Werken. Kickoff ist um 16 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro. 

Parallel richten die Neu-Ulm Spartans das „Final 6“ der Deutschen Flag Football Liga 2 (DFFL2) aus. Es treffen aufeinander: die sechs Top-Teams der vier bundesweiten DFFL2-Divisionen (Nord-Ost, West, Süd-West und Süd-Ost). Neben dem offiziellen Meistertitel der 2. Liga geht es vor allem um das Erreichen der Startplätze für das Oberhaus, die höchste deutsche Flag-Football-Liga (DFFL1). Die sechs qualifizierten Teams nach dem Abschluss der regulären Saison: 

– SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08 (The Programm Berlin)

– Bedburg Raccoons

– Regensburg Phoenix

– Munich Spatzen 2

– Heidelberg Hunters

– Darmstadt Diamonds

Der erste Kickoff ist hier für 10 Uhr vorgesehen. Insgesamt stehen elf Spiele auf zwei Spielfeldern auf dem Programm. Das Finalspiel findet voraussichtlich ab 15.50 Uhr statt.

Die Spartans-Verantwortlichen freuen über das offensichtliche Vertrauen, welches verbunden ist mit dem Zuschlag für dieses Event. Und: „Dass wir das ‚Final 6‘ nach Neu-Ulm holen können, freut uns riesig. Wir werden als Abteilung was zu stemmen haben, aber: Für uns ist das eine tolle Gelegenheit, dem sportinteressierten Publikum Flag Football, neuerdings olympische Sportart, auf hohem Niveau hier in der Region zu zeigen“, sagt Frank Brenner. 

Auch von Seiten der Liga blickt man mit Vorfreude auf das „Final 6“ in Neu-Ulm: „Die Neu-Ulm Spartans bieten mit ihrer Sportanlage und der vorhandenen Infrastruktur beste Voraussetzungen, um dem ‚Final 6‘ einen passenden Rahmen zu geben“, verteilt Ligaobmann Nils Just Vorschuss-Lorbeer, und er fährt fort: „Die Mannschaften und die Verantwortlichen sowie die Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen sich auf garantiert spannende Spiele und eine großartige Atmosphäre in Neu-Ulm freuen.“

Wer Flag Football noch nicht kennt, bekommt beim „Final 6“ eine gute Gelegenheit, die Sportart kennenzulernen. Gespielt wird mit vielen Elementen, die man aus dem American Football kennt – allerdings ohne Tackling. Stattdessen tragen die Spielerinnen und Spieler sogenannte Flags am Gürtel. Wird eine davon von der gegnerischen Mannschaft gezogen, ist der Spielzug beendet. Bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles wird Flag Football erstmals Teil des olympischen Wettkampfprogramms sein.

Der Eintritt zum „Final 6“ ist frei.