Spartans haben sich schnell berappelt

Spartans haben sich schnell berappelt

Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger war der Einladung gefolgt und warf die Münze

Die Neu-Ulmer Football-Cracks wollten die ärgerliche Niederlage beim Saison-Auftakt so schnell wie möglich abhaken, wollten gleich im zweiten Spiel alles besser machen. Das Vorhaben gelang weitestgehend: Die TSV Neu-Ulm Spartans bewiesen eindrucksvoll sich und den begeisterten Fans im Match gegen den zweiten Aufsteiger, die Munich Cowboys II, wie unnötig das knappe 7:13 gewesen war. Die Besucher im Dietrich-Lang-Sportzentrum – darunter auch Neu-Ulms OB Katrin Albsteiger, die der Einladung zum Münzwurf (coin toss) gefolgt war, – erlebten bei strahlendem Sonnenschein diesmal eine bestens aufgelegte Offense. Und da die Defense wie im ersten Match gegen die Hawks auch die Offense der Cowboys weitgehend neutralisierte, stand am Ende ein glattes 45:15 (7:9 / 14:6 / 7:0 / 17:0).

Dabei hatte es zum Start der Begegnung noch ausgesehen, als ob es gerade so weitergehen würde, wie es gegen Nürnberg geendet hatte: Nach ihrer Spiel-Eröffnung wurden die Spartans kalt erwischt durch einen sehr langen Kickoff Return der Gäste, die danach ruck-zuck den ersten Touchdown (TD) erzielten. Den Extrapunkt (PAT) konnte die Spartans-Defense allerdings blocken und so blieb es zunächst beim 0:6.

Aber dann: War beim Saisonauftakt insbesondere der Neu-Ulmer Angriff einfach nicht in in die Gänge gekommen, blieben die Männer um Quarterback (QB) Hunter Sturgeon (#7) dieses Mal von Anfang an ganz cool und gingen postwendend in Führung: Schon im dritten Offense-Spielzug bediente der Spielmacher seinen Receiver Nick Alberto (#4) mit einem langen Pass zum 6:6. Nach erfolgreichem PAT durch Max Walser (#56) stand es also gleich mal 7:6.

Den nächsten Kickoff trugen die Cowboys wieder lang zurück, die Defense stand diesmal aber besser. Dennoch endete die Serie mit einem Münchner Fieldgoal (FG) zum Stand von 7:9. Zu gewohnter Stärke zurückgekehrt, dominierte das Neu-Ulmer Laufspiel den nächsten Angriff. Die Running Backs (RB) Dirk Mainka (#34) und Ilhan Bahadir (#35) liefen hinter der Offense Line um Teamcaptain Anton Schoger (#65) Play für Play durch die Cowboys-Defense. Dirk Mainka setzte dann auch den nächsten TD zum 14:9, PAT wieder Walser.

Die Neu-Ulmer Verteidigung wollte es den Kollegen in der Offensive gleichtun und zwang, bestens aufgelegt, die Hauptstädter nach nur drei Spielzügen zum Punt. Mainka und Bahadir marschierten danach weiter wie gehabt, bevor Luca Stieglbauer (#2) einen tollen 20-Yard-Catch nach Pass von Sturgeon zum 21:9 fing (PAT wieder durch Max Walser). Beide Teams konnten jeweils ihre nächsten Chancen nicht nutzen, sondern mussten punten und damit  ihr Angriffsrecht wieder abgeben. Die Defense war vielleicht mit den Gedanken wohl schon in der Pause und schenkte dem Gegner praktisch in letzter Sekunde vor dem Halbzeit-Pfiff einen TD. Weil ein PAT aber erneut verhindert werden konnte, stand es zur Pause 21:15.

„Der Touchdown vor der Halbzeit war ärgerlich, da war unsere Abstimmung nicht rund“, so Spartans-Headcoach (HC) Daniel Koch (auf dem obigen Foto rechts vorn). „Es war aber schön zu sehen, dass vor allem das Laufspiel wieder funktioniert hat. Das öffnet Chancen für Pässe und damit kontrollierst du Uhr und Spiel.“

So war der Plan auch, in der zweiten Halbzeit die kleineren Patzer in der Defensive abzustellen und in der Offense mit dem Lauf weiter das Tempo zu diktieren. Und so lief es dann auch: Der nächste Drive bestand fast ausschließlich aus Läufen von Dirk Mainka, der dann auch seinen zweiten TD zum 28:15 beisteuerte (PAT Walser).

Die Cowboys zeigten nun gutes Passspiel, 20 Yards vor der Endzone der Spartans war aber Schluss. Safety Fabian Winter (#25) las den nächsten Pass vorbildlich, fing den Ball ab und trug die Interception etwa 30 Yards zurück. Die Offense um Hunter Sturgeon nahm die Einladung durch gute Feldposition an und überbrückte die 60 Yards durch Läufe von Mainka, einen schönen Catch von Nick Alberto sowie einen abschließenden Lauf von QB Sturgeon in die gegnerische Endzone zum 35:15. Walser kickte wieder durch die Stangen zum Extrapunkt.

Danach zeigte das Kickoff-Team ein Sahnestück. Einen raffiniert gekickten Ball von Walser konnte Niclas Cates (#8) an der gegnerischen 35 Yard-Linie sichern. Damit konnten die Spartans nicht nur eine extra Offense-Serie „stehlen“, sondern starteten diese auch direkt in aussichtsreicher Position. Da man inzwischen im 4. Quarter angekommen war und ob der hohen Führung kamen nun auch weitere Spieler zum Einsatz. Der zweite Quarterback im Team, der im Winter aus Berlin zurück nach Neu-Ulm gekommene Joshua Bulling (#18), übernahm nun das Ruder. Er zeigte erst einen kraftvollen Lauf für 10 Yards und bediente dann über 25 Yards Luca Stieglbauer zu einem sehenswerten TD-Catch – eine Kombination, die so vor einigen Jahren auch schon in der Spartans-U19 hervorragend geklappt hat. Den PAT trat Max Walser gewohnt sicher.

Nur drei Plays später mussten die Münchner wieder punten. Die Spartans-Offense setzte weiter auf die Running Backs Mainka, Bahadir und Alberto und konnte nach dem erfolggekrönten Vorwärtsdrang des Trios den Angriff dann mit einem FG von Max Walser zum 45:15 Endstand abschließen.

HC Koch war nach dem Sieg sichtlich gelöst: „Das war heute ein Spiel, bei dem wir wieder alle mit Spaß und unbeschwert bei der Sache waren. Eine sehr konstante Offense, wenige Fehler im Spiel und eine sehr gute Energie im Team lassen das Trainer-Herz natürlich höherschlagen. Jetzt haben wir eine Woche spielfrei, werden uns weiter steigern und fahren dann nach Landsberg.“

Dort wartet am Samstag, den 9. Mai der Landsberg X-Press, der die Cowboys 2 mit 35:21 geschlagen hatte. Also ist in vierzehn Tagen am Lech wohl ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten.