„Spartans mittendrin in der seit Jahren spannendsten Regionalliga“, titelte die Südwest Presse ihre Vorschau auf die Saison 2026. Nach etwa der Hälfte der Spielzeit bestätigt sich diese Prognose aufs Schönste. Auch der erste Satz des folgenden Textes war mehr als korrekt: „Die Neu-Ulm Spartans, zuletzt dreimal in Folge Vizemeister, stehen vor einer schweren Saison, bleiben aber ambitioniert. Hoffnung macht unter anderem ein Rückkehrer aus den USA.“
Der Rückkehrer ist Running Back Mike Höchsmann. Und der erfüllte die Hoffnung, die in ihn gesetzt wurden. Sein Einstand beim Match gegen die Rams in Nürnberg war herausragend: drei Touchdowns! Und auch im zweiten Spiel gegen die Mad Bulldogs in Amberg war er mitentscheidend für den Sieg. Die Ambitionen der Spartans auf ein gutes Abschneiden in dieser „seit Jahren spannensten Regionalliga“ leben aber natürlich nicht ausschließlich auf Grund eines Heimkehrers. Das ganze Team hat dafür gesorgt, dass die Spartans nach vier Siegen in den ersten fünf Partien jetzt auf Platz zwei der Tabelle stehen.
Wenn Spartans Head Coach Daniel Koch Ambitionen hört, kriegt er einen nachdenklichen Gesichtsausdruck. „Wir sind jetzt drei Mal hintereinander Vizemeister in der Regio Süd geworden. Da fragt sich mancher: Wann geht es denn mal nach oben?“ Koch verweist dann immer darauf, dass in diesem Jahr die Rams freiwillig wieder aus der 2. Bundesliga in die 3. Liga zurückgekehrt sind. „In der GFL 2 ist alles eine Nummer größer. Der Sprung dahin ist schon enorm. Und das gar nicht vorrangig im Sportlichen, sondern auch von den organisatorischen Anforderungen an einen Verein. Deshalb wollen wir im Falle des sportlichen Aufstieges auch als Programm als Ganzes dafür bereit sein und arbeiten mit der neuen Abteilungsleitung seit März sehr aktiv daran.“
Auch der Gegner des kommenden Wochenendes, die Fursty Razorbacks haben aus freien Stücken nach der Saison 2025 in der GFL 2 die Segel gestrichen und wollen sich in der Regio Süd neu ausrichten. Das Team aus der Amper-Stadt hat nach den Zahlen zu urteilen die stärkste Defense der Liga. „Da hat unsere Offense ne harte Nuss zu knacken“, weiß Koch. Gelingt das im Verbund mit einer guten Leistung der eigenen Defense, springt also gegen den derzeitigen Tabellen-Vierten ein Sieg heraus, können die Spartans den zweiten Tabellenplatz halten.
Am kommenden Wochenende könnte aber unseren TSV Neu-Ulm-Footballern sogar der Sprung an die Tabellenspitze gelingen, wenn parallel zum erhofften Sieg in Fürstenfeldbruck die bisher nur einmal (nämlich eben von uns) besiegten Rams gegen den derzeitigen Tabellenführer, die Kirchdorf Wildcats, die Oberhand behalten. Auch die Wildkatzen sind von oben runtergekommen, waren 2024 sogar noch in der höchsten deutschen Liga GFL, hatten allerdings im März 2025 ihre Lizenz zurückgegeben.
Dann haben sie „das vergangene Jahr intensiv genutzt, um den Verein neu auszurichten und uns auf das zu konzentrieren, was ihn langfristig trägt,“ sagte Vereinspräsident Thomas Stecher der „Passauer Neue Presse“. Er fährt fort: „Damit ist in erster Linie unsere Jugendarbeit gemeint, mit der wir in diesem Jahr sowohl sportlich als auch organisatorisch einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Jetzt wollen wir diesen Weg konsequent weitergehen. Der Neustart im Herrenbereich soll nachhaltig sein und auf klaren Strukturen basieren, und die Wildcats sollen wieder zu einer Family werden.“
Dieser Neustart in der Regio Süd gelang bisher: zwei Heim-Spiele, beide gewonnen; gegen die Fursty Razorbacks hieß es am Ende 29:14, gegen den Landsberg X-Press erreichten die Wildcats ein knappes 43:41. Am Wochenende empfangen sie im dritten Heimspiel die Nürnberg Rams. Da ist eine spannende Begegnung zu erwarten. Können die Rams die Kirchdorfer entthronen oder fügen diese den Nürnbergern die zweite Niederlage zu und bleiben an der Spitze. Das Fachportal „football aktuell“ attestiert beiden Mannschaften aufsteigende Form, favorisiert allerdings die Rams und räumt ihnen eine Siegwahrscheinlichkeit von 51 Prozent ein.
Das dritte Spiel an diesem Wochenende steht in Landsberg an, wo der X-Press die Nürnberg Hawks empfängt. Die Hawks konnten im ersten Spiel den Spartans ihre bisher einzige Niederlage beibringen und verloren dann nur hauchdünn gegen die Fursty Razorbacks, taten sich im weiteren Saisonverlauf aber schwer. Landsberg hingegen hatte zuletzt eine ansteigende Form mit der engen Niederlage in Kirchdorf. Beide Teams werden aber auch nach dem Wochenende auf den Plätzen 5-7 rangieren.
Am kommenden Wochenende werden also einige Weichen gestellt. Dem Cheftrainer der Spartans ist allerdings das Wichtigste: „dass meine Mannschaft mit Wille, Hunger, Lust und Begeisterung die Herausforderungen annimmt. Wir wollen nicht immer nach oben schielen, sondern vor allem beim nächsten Gegner sein. Wir wollen weiterkommen, als Mannschaft, aber auch jeder einzelne Spieler für sich“, erklärt Koch. „Mich begeistert jedes schöne Match, egal in welcher Liga. Konstante harte Arbeit trägt am Ende immer Früchte. Und alles kommt zu seiner Zeit. Die drei Rückzüge aus den Bundesligen sind ein Fingerzeig, und auch aktuell sieht man Teams, die in der GFL2 ums Überleben kämpfen. Dieser beständige Weg ist der richtige; das wird mir auch dadurch bestätigt, dass einige unserer Spieler, die schon höherklassig gespielt haben oder Angebote hatten, sich bei uns dennoch sehr wohl fühlen.“
Kickoff im Match gegen die Fursty Razorbacks: 17:00, Austragungsort: Auf der Lände Fürstenfeldbruck
An Hand dieser Zahlen hier lässt sich die Bedeutung des nächsten Spieltages ablesen.


