Dominante Spartans im Spitzen-Match vs.  Rams

Das Spitzenspiel der Football-Regionalliga Süd Neu-Ulm Spartans gegen Nürnberg Rams war angekündigt als „enger Kampf“, ein „Offensivfeuerwerk“ wurde versprochen. Aber: Über weite Strecken des Spiels feuerte nur die Spartans Offense. Am Ende stand es zur Freude der Sparta-Anhänger unter den gut 700 auf den Rängen 30:16 (6:0 / 10:0 / 7:0 / 7:16). Dabei lieferte die Offense der Spartans um Quarterback (QB) Hunter Sturgeon (#7) und Running Back (RB) Mike Höchsmann (#16) tatsächlich etliche spektakuläre Plays, aber noch bemerkenswerter war die Manier, wie die Spartans-Abwehr über sich hinauswuchs. Bisher hatte sie 19 Punkte pro Spiel zugelassen, hinderte aber in der ersten Halbzeit den Gegner, auch nur einen einzigen Punkt zu machen, und hatte dann bis ins vierte Quarter die punktreichste Offense der Liga – eben diese Nürnberger (41 Punkte pro Spiel) – so im Griff, dass sie am Ende nur schmale 16 Punkte aufs Score Board bringen konnten.

Ergebnis des Münzwurfs (coin toss): Die Spartans bekamen zuerst den Ball, und schon im zweiten Spielzug stürmte RB Höchsmann für 50 Yards über das halbe Feld. Dann ein Pass von QB Sturgeon auf Nick Alberto (#4) für 15 Yards, und kurz darauf blockte die Offense Line hervorragend für den zweiten Neu-Ulmer RB Dirk Mainka (#34) und der fand die Lücke für 10 Yards zum ersten Touchdown (TD). Der Snap beim folgenden Extrapunkt (PAT) misslang; so blieb es beim 6:0 für die Spartans.
Die Neu-Ulmer Defense wird dann vom Ram- Angriff um dessen QB David Keogh mit seinen starken Receivern zunächst sehr gefordert. Bis zur 4 Yard-Line und damit knapp vor die Endzone marschieren die Widder. Aber dann stoppen zuerst Defense End Jens Buske (#95) und Safety Niclas Cates (#8) den Nürnberger Running Back ohne Raumgewinn zu Boden, und im nächsten Spielzug bricht Defense Tackle Jonas Elison (#55) durch die Offense Line und macht einen wichtigen Tackle für Raumverlust gegen den Lauf. Dann wehren Corner Back Lukas Heinrich (#24) und erneut der an diesem Tag auftrumpfende Safety Niclas Cates die zwei folgenden Pässe in die Endzone ab und die Rams müssen ohne Punkte vom Feld.

Die Spartans mussten kaum Pässe spielen, da das Laufspiel über Mike Höchsmann und Dirk Mainka so gut funktionierte und zwischendurch streute auch QB Sturgeon Runs ein. An der 10-Yard-Linie der Rams sammelte die Offense dann aber mehrere Blockstrafen und konnte so den Drive nicht mit einem TD Touchdown, aber immerhin mit einem Field Goal von Max Walser (#56) abschließen.

Die Defense machte im nächsten Angriff klare Sache: Ein Lauf wurde sofort gestoppt, dann wehrte Lukas Heinrich die nächsten beiden Bälle ab, bevor im von Nürnberg ausgespielten vierten Versuch Tim Zick (#29) und Max Walser den Receiver nach einem Catch vor dem First Down stoppten. Die Neu-Ulmer Offense zeigte dann wieder viel Lauf von Höchsmann, Mainka und Sturgeon und der Neu-Ulmer Spielmacher Sturgeon lief auch für 35 Yards zum zweiten TD der Partie. 16:00 für die Spartans nach PAT durch Walser.

Die Rams warfen jetzt fast ausschließlich den Ball. Einerseits, weil der Lauf ihnen bisher wenig eingebracht hatte, andererseits weil bei bereits 16 Punkten Rückstand natürlich schnell Punkte hermussten. Die Spartans reagierten darauf mit einer Defense-Variante mit dem sonst in der Offense beheimateten Nick Alberto als drittem Safety und fuhren damit gut. Mehrere Pässe konnten abgewehrt werden und im letzten Spielzug der ersten Halbzeit machte Niclas Cates alle Nürnberger Hoffnungen auf die ersten Punkte durch eine Interception zunichte.

„Dass die Rams sich mit unserer Offense schwertun, wussten wir aus dem ersten Spiel. Da konnten wir auch in jedem Drive punkten. Was beim 38:36 in Nürnberg aber ganz anders war: In der Defense konnten wir auch beinahe nur zuschauen. Dass unser Gameplan jetzt so dermaßen einschlägt, dass wir diese explosive Offense eine ganze Halbzeit bei null Punkten halten, war schon stark.“ so Spartans-Coach Daniel Koch „Der zweite Teil des Plans war, mit viel Laufspiel die Uhr zu kontrollieren, lange Serien zu spielen und die Rams-Offense damit vom Feld zu halten.

Auch den Part hat Offense Coordinator Turner Sturgeon mit seinem Bruder Hunter und der Offense super umgesetzt. Die Ansage in der Pause war: Der erste Angriff der Rams jetzt direkt nach der Halbzeit wird entscheidend. Da muss die Defense wieder stehen!“

Die Rams hatten da wohl einen anderen Plan, stellten QB Keogh als Receiver auf, liefen einen Reverse-Trickspielzug mit ihm, aus dem er dann den Ball werfen sollte. Mit einem ganz ähnlichen Play hatten die Rams in Nürnberg das Hinspiel eröffnen und waren sofort in Führung gegangen. Dieses Mal verstolperten sie aber den Handoff, der Ball kullerte weit zurück und das erste Play endete mit zwölf Yards Raumverlust. Darauf folgte ein unvollständiger Pass und ein Quarterback-Sack von Max Walser im dritten Versuch und die Rams mussten beim 4. Versuch (und 30 zu gehen) punten.

Dieser Punt war eher kurz und die Spartans bekamen den nächsten Angriff schon fast an der Mittellinie.

Einige Strafen bremsten die Offense zwar zunächst, aber dann warf Hunter Sturgeon einen auf den Punkt genauen Pass für 35 Yards auf Mike Höchsmann, den dieser spektakulär in enger Deckung fing. Im nächsten Spielzug dürfte Höchsmann per 5-Yard-Lauf seinen ersten TD des Tages markieren, nach Extrapunkt von Walser waren die Spartans damit 23:00 vorne.

Die Rams setzten dann wieder mehr auf Lauf mit ihrem schnellen Running Back Yaffily Trawalley, davon nach vorne gezogen, öffnete die Passverteidigung eine Lücke und die Rams machten zu Beginn des vierten Viertels ihren ersten Touchdown mit 2-Punkt-Conversion zum 23:8. Den folgenden Onside Kick konnten die Spartans sich erst im zweiten Versuch sichern. Von den Punkten beflügelt stoppte die Rams-Defense dann auch den nächsten Offense Drive der Spartans, und Neu-Ulm musste zum ersten Mal punten. Sollte das Spiel nun doch noch eng werden? Die Rams testeten die Pass-Verteidigung jetzt immer wieder mit hohen Würfen auf ihre großen Passempfänger und machten damit auch zwei First Downs. Doch dann wollte David Keogh zu viel, warf unter Bedrängnis einen langen Pass Richtung Endzone und den pflückte Niclas Cates für seine zweite Interception aus der Luft und beendete den Schwung der Nürnberger damit wieder.

„Nicky (Cates) hat heute ein super Spiel gemacht. Beide Interceptions, aber auch sein Einsatz gegen den Lauf der Rams waren heute immens wichtig für unsere starke Defense-Leistung“ so Koch über seinen Safety, der schon seit der U13 für die Spartans spielt.

Dass die Interception die Nürnberger eiskalt erwischte, zeigte dann auch der nächste Spielzug. Die Defense wirkte sehr überrumpelt, als Hunter Sturgeon mit dem Ball loslief und nur einen Haken schlug und dann nur noch offenes Feld vor sich hatte. Er wirkte selbst etwas ungläubig, als er nochmal über die Schulter schaute und dann 65 Yards zu seinem zweiten TD lief. 30:08 nach PAT durch Kick von Walser.

Damit war das Spiel Mitte des vierten Viertels entschieden. Nürnbergs RB Yaffily Trawalley zeigte zwar noch einige gute Läufe und machte noch einen TD plus 2-Punkt-Conversion. Der folgende Onside Kick ging aber ins Aus, die Spartans erhielten den Ball und konnten die letzte Minute bis zum Abpfiff leicht überbrücken.

Die Spartans-Fans unter den gut 700 auf der Tribüne im Neu-Ulmer Muthenhölzle und alle Unternehmer-Gäste des Business Huddle an diesem Heimspiel feierten hernach das Team und das wirklich tolle Spiel.

„Wir haben heute einfach das gemacht, was wir die ganze Saison sehr gut machen: guten Football spielen und dabei Spaß haben. Auch in einer Phase nach mehreren Strafen, dem ersten Nürnberger Touchdown, dem erzwungenen Punt … sind wir ruhig geblieben, haben uns auf unser Spiel konzentriert und das nach Hause gebracht. Ich bin sehr stolz. Jetzt kommt die zweite Sache, die wir dieses Jahr sehr gut machen: immer nur bis zum nächsten Schritt denken. Und das ist das Rückspiel gegen die Nürnberg Hawks, da haben wir noch was gut zu machen.“

Die Hawks sind bekanntlich die einzigen, die den Spartans in dieser Saison eine – in der Nachbetrachtung absolut unnötige, unverständliche – Niederlage zufügen konnten als sich die Neu-Ulmer zum Saisonstart mit 7:13 geschlagen geben mussten – und das auch noch daheim, vor den eigenen Anhängern. „Wir waren wohl gefühlt noch in der Offseason“, vermutet HC Koch bis heute. „Diese Scharte gilt es auszuwetzen. Und darüber hinaus ist dieses Match ganz schön wichtig, weil wir mit dem Sieg dort die Meisterschaft definitiv klarmachen können.“

Für die Abteilung American Football im TSV Neu-Ulm zusätzlich erfreulich: Schon in Nürnberg können erneut vier Talente aus der eigenen U19 das Senior-Team verstärken. Wer schon vor dem Match der Seniors gegen die Rams im Dietrich-Lang-Sportzentrum war, war Zeuge, wie souverän die in dieser Spielzeit überhaupt ausgesprochen erfolgreichen U19-Nachwuchs-Spartans auch ihr letztes Saison-Spiel gewonnen haben. Gegen die Spielgemeinschaft Dachau/Starnberg hieß es am Ende 40:0 (22:0 / 14:0 / 0:0 / 6:0).

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