Spartans machen es den Hawks (zu) leicht
| Zum Auftakt der Saison 2026 in der Regionalliga Süd mussten die Neu-Ulm Spartans eine der Weise unerwartete, reichlich unnötige und deshalb umso bitterere Niederlage hinnehmen. 7:13 (0:0 / 7:3 / 0:10 / 0:0) lautete das Endergebnis im Dietrich-Lang-Sportzentrum. Die Offense American Footballer im TSV Neu-Ulm brachte gegen den starken Aufsteiger Nürnberg Hawks mit sieben Punkten einfach überraschend wenig aufs Scoreboard – hatte sie doch in der letzten Saison im Schnitt 45 Punkte gemacht. |

Beide Offense-Reihen kamen über die gesamte Spieldauer nicht so recht in Tritt. So blieb das erste Spielviertel komplett ohne Punkte, bis die zahlenmäßig starken und gut gecoachten Nürnberger Habichte schließlich im 2. Viertel mit einem Field Goal die erste Führung zum 0:3 übernahmen. Bei den Spartans konnte Quarterback Hunter Sturgeon (auf dem Foto unten links, rechts daneben Neuzugang Nick Alberto) immer wieder schön auf 81 Tobias Spohn und Neuzugang Nick Alberto passen – jedoch nicht konstant genug. Auch das mit drei Running Backs dieses Jahr wieder tief besetzte Laufspiel kam nicht recht in Gang. Sogar den sonst als Läufer selbst so gefährlichen Sturgeon limitierte die Nürnberger Defense über weite Strecken.

Als dann aber der erste Spartans-Touchdown fiel durch einen sauberen und sicher verarbeiteten Pass von Sturgeon auf Alberto und Max Walser den Extrapunkt beisteuerte, war man beim Halbzeitstand von 7:3 im Spartans-Lager guter Dinge, glaubte, der Knoten sei nun geplatzt.

Zumal Linebacker Max Walser direkt in der nächsten Serie per Interception den Ball in aussichtsreicher Position zurückeroberte. Aber diese Chance, direkt vor der Halbzeit nachzulegen, scheiterte am missglückten Field Goal.

Headcoach Daniel Koch: „Wir hatten in der Defense kaum etwas zu gelassen und waren uns sicher, dass es nur der Sand im Getriebe im ersten Saisonspiel ist, der in der ersten Hälfte Besseres verhinderte. Auch, dass Patrick kurzfristig als Playcaller übernehmen musste, braucht natürlich dann etwas Zeit.“

Gemeint ist Patrick Schempf (auf dem Foto oben mit Sonnenbrille) , bekanntlich über viele Jahre eine ganze starke Waffe in der Spartans-Offense, der ganz kurzfristig vom bisherigen Offense Coordinator Marius Fischer dessen Rolle an der Sideline übernehmen musste, nachdem Fischer just in der Woche ein tolles berufliches Angebot aus den USA erhalten und auch angenommen hatte.

Spartans Head Coach uns Sportdirektor Daniel Koch: „Wir wussten, dass Marius einige Spiele fehlen wird, dass er jetzt aber für mindestens zwei Jahre ganz in die USA geht, haben wir erst diese Woche erfahren. Da es für ihn aber eine tolle Chance ist, freuen wir uns natürlich für ihn.“

Schempf meisterte die Aufgabe allerdings sehr gut und vor allem sehr ruhig. Es gelang aber den Offensive-Akteuren zu oft nicht, entscheidende Catches zu machen und Laufwege frei zu blocken. Andererseits konnten die Nürnberger Raubvögel im dritten Viertel mit einem zweiten, weiten Field Goal auf 7:6 aufschließen.

„Ich habe im Spielverlauf zwei dumme Entscheidungen getroffen“, sagte HC Koch nach dem Spiel selbstkritisch. „Wir sind – verführt dadurch, dass im vergangenen Jahr der ausgespielte 4. Versuch eine unserer Stärken war – auch gegen die Hawks Risiko gegangen und wollten wieder 4. Versuche ausspielen lassen. Wohl auch, weil wir in der Defense gut standen, bin ich da etwas zu leichtsinnig geworden.“

Als sich dann im dritten Quarter die Defense nach einem solchen missglückten vierten Versuch mit nur kurzem Feld im Rücken (nur 15 Yards bis zur Endzone) einen der wenigen Patzer des Tages erlaubte, brach der Nürnberger Running Back durch und setzte den ersten Touchdown der Hawks. Spielstand nach Extrapunkt 7:13. Dabei blieb es, weil auch im Schlussviertel wieder kein Team punkten konnte.

„Man konnte wohl sehen, dass nach drei Vizemeisterschaften jetzt auch eigener Druck da ist, endlich mal den großen Wurf der Meisterschaft zu machen. Wenn wir dadurch so verkrampfen wie heute, dann tun wir uns da aber keinen Gefallen. Eine Footballsaison kann nur gelingen, wenn harte Arbeit, konsequente Verbesserung, aber vor allem auch Spaß und Leichtigkeit zusammenkommen. Das wird jetzt die Aufgabe für die nächsten Partien.“ resümiert Headcoach Koch.

Gelingt das vielleicht schon in der nächsten Woche? Da steht das nächste Heimspiel an (Samstag, 25. April, 16 Uhr) gegen den zweiten Aufsteiger, die Munich Cowboys 2, die sich beim Saisonauftakt im heimischen Stadion mit 21:35 gegen den Landsberg X-Press geschlagen geben mussten.

