Spartans mit positiver Zwischenbilanz

Aus Sicht der American Footballer im TSV Neu-Ulm ist es gerade jetzt ausgesprochen günstig, eine positive Zwischen-Bilanz zu ziehen. Die Senior-Spartans haben in der Meisterschaftsrunde der Regionalliga Süd nur noch zwei Matches vor der Brust. Da müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn sie als Tabellenführer in dieser sehr, sehr stark besetzten Liga gegen den Letzten und Vorletzten Punkte abgeben müssten. In anderen Teilen der Sparta-Family sind ähnlich rosige Aussichten zu verzeichnen. Darauf aufbauend, formuliert Abteilungsleiter Frank Brenner die Vision:

„Wir wollen, dass American Football in Neu-Ulm noch mehr als bisher schon für guten hochklassigen Sport steht und dass alle, die sich für diesen Sport begeistern, einen wie auch immer gearteten Platz bei uns findet – sowohl als Aktive in einer Jugendmannschaft, im Tackle- oder Flag-Bereich, als auch in diversen Betätigungsmöglichkeiten neben dem Spielfeld.“

Das jüngste Heimspiel (gegen Nürnberg Rams) haben immerhin die stolze Zahl von 700 Zuschauer(innen) erlebt. Zum Saisonschluss sollten noch ein paar mehr kommen, wünschen sich die Spartans.

 Besonders stolz sind die Spartans-Verantwortlichen darauf, wie sich die Jugendarbeit entwickelt hat: „Äußerst zufriedenstellend“. U 19 Saison Tackle (das U 19-Team 2026 im Teaser-Bild) wurde gut abgeschlossen. Mit einem neuem Trainerteam um Head Coach Michael Hirthammer ist eine deutliche Fortentwicklung zu erkennen. Das wird allein daran ersichtlich, dass nach den Sichtungs-try outs im Frühjahr sage und schreibe sieben Neu-Ulmer Nachwuchsathleten in die bayerische Jugendauswahl U18 (die „Bavarian Warriors“) für das Länderturnier im Herbst berufen worden sind. Zwei weitere, 15 beziehungsweise 16 Jahre alte Spieler aus der Gruppe hätten auch eine Einladung bekommen, machen aber ein Austausch-Jahr an amerikanischen Highschools, um dort zu lernen, Erfahrungen zu machen und sich sportlich weiterzuentwickeln.

Unmittelbar im Verein nutzbare Frucht der erfolgreichen Jugendarbeit: Mit vier bisherigen U 19-Akteuren, die nun der Altersstufe entwachsen sind, wird Senior Head Coach Koch ab sofort sein Team verstärken können. Die U 16 konnte ihre Flagsaison erfolgreich beenden; und die U13 wuchs erfreulicherweise seit März um acht neu hinzugestoßene Kinder auf. Grundsätzlich ist ein Zulauf zu spüren.

Die Aktiven der Spartans-Abteilung im demnächst ja olympischen Flag-Football waren mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison gestartet. Sie überraschten sich selbst und andere mit dem Gewinn der Meisterschaft und wollen in den anstehenden zwei play off-Spielen mehr: den Aufstieg in die zweite Liga (DFFL 2) erkämpfen. 

Die Senior-Spartans krönen derzeit ihre seit der Gründung immer wieder erfolgreiche Vereinsgeschichte, in der sie von der Landesliga in die 3. Liga aufgestiegen waren. „Vizemeister können wir“, flachst Head Coach Koch. „Acht Mal in dreizehn Jahren – das ist doch was … Aber heuer kommt das Besondere: Wir sind derzeit Tabellenführer in der 3. Liga Süd und die Möglichkeit ist greifbar nahe, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu spielen.“ Immerhin sind die Spartans im Ranking des Fachportals „football aktuell“ inzwischen auf Platz 32 geklettert. Aus den Regionalligen tummeln sich knapp vor ihnen nur die beiden vermutlichen Gegner in den play offs, Fulda (Regionalliga Mitte) und Leonberg (Regionalliga Südwest) sowie Berlin Adler. Alles andere „da oben“ sind Teams der 1. und 2. Bundesliga.

Bis es zu den play offs kommt, stehen noch zwei Spiele an – das Heimspiel gegen die Amberg Mad Bulldogs am 8. August und vorher am 2. August auswärts gegen die Nürnberg Hawks. Dazu Cheftrainer Koch:

„Das Spiel gegen die Nürnberg Hawks ist aus drei Gründen wichtig:

1. Sie sind das einzige Team, dass uns bisher geschlagen hat. Das wollen wir geraderücken.

2. Mit diesem Sieg können wir die Meisterschaft schon einen Tag vor Saisonschluss klarmachen.

3. Es ist das nächste Spiel. Immer das nächste Spiel als das wichtigste sehen – diese Einstellung hat uns dieses Jahr an den Punkt gebracht, an dem wir gerade stehen. Und das nächste Spiel ist eben am kommenden Sonntag in Nürnberg gegen die Hawks, ein eher lauflastiges Team mit solider Defense. Dass wir zum Saisonstart das Spiel gegen die verloren haben, war ein Gewinn. Klingt paradox. Aber: Das hat uns befreit. Vorher war die Erwartungshaltung: Es geht – koste es, was es wolle – um den Aufstieg. Der Druck war nach der Niederlage weg. Danach haben wir in jedem Match befreit aufgespielt und waren mordserfolgreich.“

Die Hawks stehen mit drei Siegen und fünf Niederlagen aktuell auf Platz 5. Zwei Siege haben sie gegen den Tabellenletzten Amberg errungen und den dritten eben gegen die Spartans. Gegen die Tabellennachbarn Landsberg und München haben sie verloren. Es besteht die Gefahr, bei Niederlagen in ihrem Restprogramm gegen Neu-Ulm und die Rams auf den vorletzten Platz abzurutschen. Auch deshalb ist ein engagierter Kampf zu erwarten.

Noch einmal Frank Brenner: „Allgemein macht es unheimlich Spaß, der sportlichen Entwicklung der Abteilung zuzusehen und mitzubekommen, dass die Spartans, wie geschildert, in allen Bereichen. Jugend- und Erwachsenenbereich immer weiter zusammenwachsen. Wir arbeiten gemeinsam daran, eines der besten Footballprogramme im süddeutschen Raum zu werden. Nicht nur sportlich, auch organisatorisch merkt man seit März, dass sich etwas tut. Ehemalige Spieler, Fans und neue Gesichter zeigen sich und werden Teil der Spartans. Die Zahl an Helfern wächst. Das macht sich positiv bemerkbar an den Heim-Spieltagen, bei der Organisation von Veranstaltungen und im Vereinsleben. Die Stimmung ist gut.“ 

Weitere Ziele der Sparta-Familie: die Vereinsstrukturen weiter ausbauen und verschiedene zusätzliche Positionen neu besetzen, um so Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen.

Im Jugendbereich wird es Ziel sein, die Trainer weiter fortzubilden und Interessierten die Möglichkeit zu geben, gut einsteigen zu können. Die Akquise neuer Jugendspieler wird ausgebaut und Events wie ein Spendenlauf sowie verschiedene Aktionen in der Stadt sind geplant

Im Herren-Tackle Bereich ist es Ziel im Falle des Aufstiegs, sportlich und vom Organisatorischen her eine solide Saison in der 2. Bundesliga zu spielen. Sollte der Aufstieg nicht gelingen, wird auf jeden Fall weiter daran gearbeitet, dass der Aufstieg baldmöglichst gelingt und die Abteilung dafür auch bereit ist. In der GFL 2 sind nämlich – nicht nur sportlich – etliche große Herausforderungen zu meistern.