Spartans sind Meister der Regio Süd

2026 ist das Jahr der Spartans. Es ist geschafft: Die Neu-Ulm Spartans sind vorzeitig Meister der Regio Süd. Nach der völlig unnötigen Niederlage zum Saison-Auftakt konnten sich die American Footballer des TSV Neu-Ulm so steigern, dass sie nun schon vor dem letzten Spiel als Meister feststehen. Gleichzeitig schließt sich mit dem 35:10-Sieg bei den Nürnberg Hawks der Kreis. Denn eben diese Hawks hatten ja als Aufsteiger im ersten Spiel den Spartans mit 7:13 die einzige Niederlage beigebracht.

„Auch, um diese Scharte auszuwetzen, war das Spiel emotional wichtig für uns. Aber natürlich auch, um nach den drei Vizemeister-Titeln nun endlich auch auf der Zielgeraden voll in der Spur zu bleiben und die Meisterschaft einzufahren“ so Spartans-Headcoach Daniel Koch.

Und das Spiel war anfangs zwar etwas zerfahren, aber der Sieg war nie ernsthaft in Gefahr. Die Spartans-Abwehr, die sich in den letzten Wochen sehr gesteigert hat, konnte den ersten Angriff der Hawks beenden und blockte am Ende in deren vierten Versuch ein Field Goal. Mit mehreren Strafen und  fallengelassenen Pässen kamen der Spartans-Angriff dann nicht schön, aber letztlich doch erfolgreich übers Feld. Running Back Mike Höchsmann brachte den ersten Touchdown (TD) per Lauf und Max Walser kickte einen sicheren Extrapunkt (7:0). Danach kamen die Gastgeber wieder in Reichweite eines Field Goals, welches Fabian Döllinger aus größerer Entfernung sicher traf. Spielstand 7:3 für die Spartans. Der Spartans-Angriff war nach wie vor noch nicht so konstant wie zuletzt, aber Quarterback Hunter Sturgeon konnte einen Lauf mit Touchdown abschließen und die Spartans erhöhten die Führung auf 14:3 (Extrapunkt Walser).

Nach einem missglückten kurzen Kickoff der Spartans hatten die Hawks dann eine gute Feldposition, welche durch zwei Strafen gegen die Neu-Ulmer Defense noch besser wurde. Für die letzten ungefähr zehn Yards fand Nürnbergs Spielmacher Christian Adorna seinen Receiver Tim Pabst zum Touchdown. Mit 14:10 wieder nur noch eine dünne Führung für die Spartans. Nun zeigte die Spartans-Offense aber ihre Stärke und Hunter Sturgeon warf zielgenau in den Lauf von Wide Receiver Luca Stieglbauer, der an allen Verteidigern vorbei war und für etwa 60 Yards in die Endzone lief. Das 21:10 nach Extrapunkt Walser war dann auch der Halbzeitstand.

„In der Halbzeit haben wir Coaches vor allem darauf gepocht, konzentrierter zu spielen und uns nicht durch Raumstrafen selbst unnötig aus dem Konzept zu bringen. Wir haben in fast allen Saisonspielen in der Pause immer die richtigen Anpassungen gefunden, waren fokussiert und hatten so immer eine stärkere zweite als erste Halbzeit. Insbesondere keine Bälle mehr fallen zu lassen und in der Passverteidigung sicherer tief vor dem Mann zu bleiben, das waren diesmal die wichtigsten Botschaften ans Team“ sagt Koch über die „Adjustments“ der Trainer für die zweite Spielhälfte

Alle das umzusetzen gelang auch sehr gut. Die nächste Serie brachte Yard für Yard mit vielen Läufen von Mike Höchsmann und Dirk Mainka und dauerte fast das komplette 3. Spielviertel. Und das Pass-Spiel wurde sehr gut um kurze Pässe von Sturgeon auf Nick Alberto angereichert, der etliche Yards nach den vielen kurzen Routen hinzufügte und auch den nächsten Touchdown so erzielte. Mit 28:10 nach Extrapunkt Walser war die Führung nun auch schon komfortabel – bei noch etwa 14 Minuten Spielzeit. Die Angriffsbemühungen der Hawks brachten sie nochmal nah an die Spartans-Endzone, aber diese Situation entschärfte Cornerback Lukas Heinrich mit einer Interception. Die Spartans setzen weiter auf den gefundenen Mix aus Läufen und Screen-Pässen auf Nick Alberto bis dann Mike Höchsmann bei einem längeren Lauf mehrere Verteidiger umtanzte und den Endstand von 35:10 (Extrapunkt Walser) herstellte. In den verbleibenden Minuten kamen noch Ersatzspieler zum Einsatz, unter anderem konnte der frisch aus der U19 aufgestiegene Quarterback Jusuf Sowalski, vom Team gefeiert, mit zwei Läufen seine ersten Regionalliga-Aktionen zeigen.

„Wir sind alle sehr zufrieden und glücklich, dass wir das so souverän gemeistert haben. Im letzten Spiel zu Hause gegen Amberg wollen wir natürlich auch noch eine gute Leistung zeigen; zu wissen, dass wir die Meisterschaft schon sicher haben, wird dazu auch beitragen. Ich weiß, wie hart viele unserer Spieler über Jahre jetzt daran gearbeitet haben, endlich die Regionalliga zu gewinnen. Für diese Jungs freut es mich besonders. Und gleichzeitig wissen wir jetzt aber natürlich auch, dass wir definitiv in der Relegation zur GFL2 stehen und können uns gedanklich auf diese beiden Spiele im September vorbereiten.“

Auch wenn die Ergebnisse der Regionalligen Südwest und Mitte noch nicht final sind, sieht es schwer aus nach Duellen mit den Fulda Saints am 12. September zu Hause  in Neu-Ulm und dann am 26. oder 27. September bei den Leonberg Alligators . Davor wollen die Spartans aber am 8. August  um 16 Uhr im Neu-Ulmer Muthenhölzle im Rahmen des letzten Saisonspiels (gegen den bislang sieglosen Tabellenletzten Amberg Mad Bulldogs) mit allen Helfern, Fans und Familien die Meisterschaft gebührend feiern.

Fotos: Matthias Kochmann